25 Jahre Pfarrgemeinde St. Barbara Oberaden

 


Vorgeschichte

Oberaden war bereits um das Jahr 1150 bekannt als einem Herrn Liodolphus de Adene gehörig. Kirchlich unterstand die Gemeinde der Pfarrei Methler, die zum Dekanat Dortmund gehörte, zu jener ein Teil des Erzbistums Köln.
Beckinghausen wurde auch schon 1178 urkundlich aufgezeichnet. Es gehörte zum Kirchspiel Derne, das im Besitz des Heribertstiftes zu Köln Deutz war.
Heil unterstand kirchlich zwar der Pfarrei Herringen, wurde jedoch von den Prämonstratensern aus Cappenberg betreut, deren Kloster ab 1318 auch das Patronat über die Pfarreien Methler und Kurl übernahm.
Während der Reformationszeit traten Oberadens Einwohner alle zum Protestantismus über, in Beckinghausen und Heil blieben einige dem alten Glauben treu. Sie gehörten nun zwar zur Pfarrei Kurl, genügten jedoch ihrer Sonntagspflicht im näher gelegenen Altlünen.
In der Gegenreformation wurde das Gebiet südlich der Lippe zum Missionsgebiet. Die Zahl der Katholiken wuchs langsam, aber stetig, vor allem in Oberaden. Die Zunahme erklärte sich weniger aus Glaubensübertritten oder vermehrter Nachkommenschaft, als vielmehr aus dem Zuzug von Neubürgern, besonders nach Gründung der Einsenhütte Westfalia im Jahr 1826.
Durch päpstliche Bulle von 1821 kam die Pfarrei Kurl und damit die Kirchspiele Oberaden, Heil und Beckinghausen zum Erzbistum Padernborn und zwar wie ehedem im Dekanat Dortmund. Die Gläubigen blieben aber weiterhin der Gewohnheit treu, die kirchlichen Amtshandlungen in Altlünen vornehmen zu lassen. Das führte 1844 zur bischöflichen Entscheidung, daß Oberaden, Heil und Beckinghausen der Gemeinde Altlünen zugeschlagen wurde.

Geschichte der Muttergemeinde

Im März 1894 errichtete die bischöfliche Behörde zu Paderborn in Beckinghausen eine selbständige Missionsgemeinde, der neben Beckinghausen, Heil und Oberaden auch Horstmar angehörten. Zwei Jahre später begann der Bau der Herz-Jesu-Kirche, deren Weihe im Juni 1897 stattfand. Im Jahr 1901 wurde Beckinghausen zur Missionspfarrei erhoben.
Zwei Kriege und dazwischen französische Besetzung, Inflation und nationalsozialistische Herrschaft konnten das Wachstum der Gemeinde nicht bremsen. Durch den Ausbau der Zeche Haus Aden stieg die Einwohnerzahl und mit ihr der Anteil der Katholiken sprunghaft an.
So sah man sich genötigt, für die Gläubigen aus Oberaden und Heil ab dem 1. Advent 1948 eine Sonntagsmesse in der Wirtschaft Brüggemann in Heil zu feiern, im Saal, der jeweils zum Gottesdienst umgerüstet werden musste.
Mit kirchlicher und staatlicher Erlaubnis wurde im Januar 1951 die bisherige Missionspfarrei Beckinghausen zur ordentlichen Pfarrei umgewandelt. Um 1953 erhielt die Pfarrei noch eine Vikarsstelle.

Geschichte der St. Barbara-Gemeinde

Am 14. August 1953 trat Vikar Bernhard Davidhaimann die neue Vikarsstelle in Beckinghausen an. Dass er seine Wohnung in Oberaden nahm, verdeutliche den Schwerpunkt seiner Tätigkeit in der Betreuung der Oberadener. Schon 1951 hatte der Beckinghausener Kirchenvorstand den Bau einer Filialkirche in Oberaden beschlossen und mit dem Kauf von Baugelände begonnen.
Ein Kirchenbauverein wurde gegründet, der das Eigenkapital erbetteln sollte. Vikar Davidhaimann übernahm die Federführung bei allen Bemühungen um den Kirchbau. Nicht alles lief nach Wunsch. Die Finanzierung bereitete erhebliche Schwierigkeiten und der Geländekauf konnte erst abgeschlossen werden, nachdem Tageszeitungen die Verkaufspraktiken angeprangert hatten, deren sich eine Dortmunder Siedlungsgesellschaft bediente, die zu den Grundeigentümern gehörte.

 

Am 25. Mai 1954 wurde der erste Spatenstich vollzogen, am 29.August der Grundstein gelegt und am 29. Oktober krönte der 3- Meter hohe Richtkranz den Dachstuhl.

 

 


Am 13. August war schon das Pfarrhaus gerichtet worden und bereits am 21. Dezember konnte der Vikar das Pfarrhaus beziehen.
Geschmückte Wagen der Eisenhütte Westfalia holten im Juni 1955 vom Bochumer Verein drei Glocken, für deren Kauf die politische Gemeinde durch eine Spende den Grundstock gelegt hatte.
Glockenstuhl - Material von der Westfalia gestiftet - und Treppe zum Glockenstuhl - ein Geschenk des Sägewerkes Kipper - wurden ebenso wie die Glocken selbst in Eigenleistung tatkräftiger Gemeindemitglieder montiert.
Zum Fronleichnamsfest war das Geläut erstmalig zu hören und am 14. August 1955 erklang es zur Kirchweihe.

 

Erzbischof Dr. Jaeger konsekrierte das Gotteshaus und stellte es unter den Schutz der hl. Barbara,der Patronin der Bergleute.

 

Nach 60-jähriger Zugehörigkeit zum Männerverein Beckinghausen schieden die Oberadener Arbeiter aus und gründeten am 19.02.1956 die KAB Oberaden. 111 Mitglieder zählte der Verein im ersten Jahr. Am 14.Juni fand die Gründungsversammlung der Frauengemeinschaft statt. Mit 340 Mitgliedern wurde der Verein sofort die stärkste Gruppierung der Gemeinde. Bis 1969 arbeiteten die Kolpingsöhne von Oberaden und Beckinghausen zusammen. Auch die kommunalen Strukturen führten neben der kirchlichen Entwicklung dazu, dass seither die Oberadener in eingener Gruppe weiterarbeiteten.

Zum 1. Mai 1956 wurde durch erzbischöflichen Entscheid die bisherige Vikarie St. Barbara zur Pfarrvikarie mit eigener Vermögensverwaltung erhoben. Dies war die Geburtsstunde der selbständigen Pfarrgemeinde St.Barbara
Heftige Meinungsverschiedenheiten gingen der endgültigen Grenzziehung voraus, besonders wegen des extremen Missverhältnisses in der Seelenstärke der beiden betroffenen Gemeinden:

  • Beckinghausen: 750 Mitglieder
  • Oberaden: 2.518 Mitglieder

Nach der Visitation durch den Generalvikar wurden die Grenzen wie folgt festgelegt: Die Pfarrvikarie St.Barbara umfasst die politische Gemeinde Oberaden ohne die Bezirke "Auf den Birken", "Im Sundern", und "Königslandwehr", sowie die politische Gemeinde Heil ohne das Gut Schulze-Heil.
Im Juni gleichen Jahres wurde der erste Kirchenvorstand gewählt, der bereits im Oktober den Entschluss fasste, einen Kindergarten zu bauen. Der erste Spatenstich dazu erfolgte am 5. Mai 1957 und am 28. Juli konnte der von der KAB gestiftete Grundstein gelegt werden.
Am 7. September 1958 fand die Einweihung des St. Elisabeth-Kindergartens statt und am 28. September zogen 100 Kinder zu frohem Spiel ein.
Verstärkter Ausbau der Zeche Haus Aden und ständige Erweiterung der Eisenhütte Westfalia, vereint mit reger Bautätigkeit, zog viele junge Familien nach Oberaden. Schnell wuchs die Gemeinde auf 3100 Gläubige an. Das veranlasste das Generalvikariat zu Paderborn, eine zweite Vikarsstelle einzurichten, die am 18. Juli 1957 der Neupriester Herbert Korfmacher antrat.
Die erste Taufe wurde im Januar 1956 in unserer Kirche gespendet. Am weißen Sonntag des gleichen Jahres gingen 39 Kinder zur Erstkommunion und im Herbst empfingen 178 Kinder das Sakrament der Firmung.
Zwei Schwestern vom Herz-Jesu-Institut bezogen im Juli 1959 die Schwesternstation über dem Kindergarten. Sie übten Familien- und Krankenpflege in der Gemeinde aus. Zu ihnen kam im Januar 1960 noch eine Schwester, die die Leitung des Kindergartens übernahm.
Großer Festtag für die Gemeinde war der 22. Oktober 1961. Nach Erhebung der Pfarrvikarie in eine selbständige Pfarre wurde der bisherige Pfarrvikar feierlich als erster Pfarrer der St. Barbara-Gemeinde eingeführt. Damit wurde die Aufbauarbeit gewürdigt, der sich Vikar Davidhaimann mit ganzer Kraft verschrieben hatte.

 

Im August 1962 verließ Vikar Korfmacher Oberaden. Seine Nachfolge trat der Neupriester Joachim Krämer an. Wenig später erlebte die Gemeinde die erste Volksmission, gehalten von Prämonstratenserpatres.
Derweil erfuhr das Gotteshaus ständig Veränderungen. Im Februar 1956 erhielt es einen Kreuzweg in Holzschnittdruck, im Sommer wurde die Heizung installiert und zu Weihnachten eine aus dem Ostsudetenland gerettete Krippe aufgebaut. Seit 1961 konnten die Maiandachten vor der neuen Schutzmantelmadonna abgehalten werden. Ostern 1963 erklang erstmals die neue Orgel, deren Weihe am 9. Mai erfolgte. Etwas später wurden die bunten Glasfenster eingebaut. Im Mai des Jahres 1964 erhielt die Rückwand des Chores das Christusmosaik. Das große Kreuz aus Spurlatten, ein Geschenk der Zeche Haus Aden und bis dahin ein betont schlichter Schmuck des Chorraumes, ziert seither die Außenwand des Chores. Bedingt durch neue Formen des Gottesdienstes nach dem II. Vatikanischen Konzil wurde der Altar - zunächst ein provisorischer Holzaltar und später verkleinert der frühere Sandsteinaltar - vorgerückt in den Blickpunkt der Gemeinde. Der Tabelnakel bekam einen neuen Platz auf einer Stelle unter dem Mosaik, die Kanzel wurde entfernt und neue Kerzenleuchter um den Altar gruppiert.
Gleichzeitig mit Veränderungen am Kirchengebäude und stetiger Zunahme der Gläubigerzahl breitete sich religiöse Gleichgültigkeit und geistige Verflachung aus, wohl eine Folge des wirtschaftlichen Aufschwungs, des allgemein wachsenden Wohlstandes und vielleicht auch der breiten Einführung des Fernsehens. Spürbar ließ der Kirchenbesuch nach.
Zwar gab es noch Fronleichnamsprozessionen, auch wurden die Pfarrfeste noch gut besucht, doch die von den Beschlüssen des II. Vatikanums erhoffte Belebung des Gemeindebewußtseins kam nicht voran. Wohl nahmen an den jährlichen Ferienfreizeiten noch viele Kinder teil, doch hatte dies keinen Bezug zur eigentlichen Jugendarbeit.
Ein Regierungserlass über die Einführung der Gemeinschaftsschule vermochte die Gläubigen noch einmal zu mobilisieren. Es kam zu Versammlungen, auf denen der Protest der betroffenen Eltern artikuliert wurde. Aber auch schriftliche Eingaben und die eindeutige Stellungnahme auf einer gutbesuchten Podiumsdiskussion der KAB konnten die Durchsetzung des Erlasses nicht verhindern.
Im September 1967 folgte dem scheidenden Herrn Krämer der Vikar Herwart Haberer. Im Herbst wurde (wie in der ganzen Bundesrepublik) auch in Oberaden der erste Pfarrgemeinderat gewählt, dessen Aufgaben u.a. sein sollten, den Pfarrer in seinem Amt zu unterstützen, in der Gemeinde das Bewusstsein für Mitverantwortung zu wecken und Mitarbeit zu aktivieren.
Wie alle neuen Einrichtungen hatte auch diese mit erheblichen Startschwierigkeiten zu kämpfen und um ihr Selbstverständnis zu ringen.
Die Einführung der Vorabendmesse bei gleichzeitigem Fortfall der dritten Sonntagsmesse brachte vorübergehend leichten Anstieg beim Kirchenbesuch. Versuche einiger Jugendlicher aus Rockmessen entlehnte Elemente in Jugendmessen einzubauen, konnte die allgemeine Abstinenz der Jugendlichen nicht durchbrechen. Sie fanden bei den Erwachsenen wenig Widerhall. Als Vikar Haberer nach Unna-Königsborn wechselte, versuchte sein Nachfolger Vikar Neuß, die Jugendarbeit zu intensivieren. Doch sein Wirken beeinflußte nur einen begrenzten Kreis. Das auf die Jugend übergreifende Wohlstandsdenken einerseits wie die weltweite Protesthaltung gegenüber der älteren Generation andererseits ließ die Bereitschaft zur Mitarbeit im kirchlichen Raum sinken. Trotz Bereitstellung des Vorraumes zum Pfarrsaal unter dem Kindergarten zur freien Gestaltung und Verfügung durch die Jugendlichen verringerte sich die Jugendarbeit bald auf Tanz und ähnliche Zusammenkünfte.
Pfarrer Davidhaimann, jederzeit für sein Lebenswerk Barbarakirche intensiv und impulsiv engagiert, hatte sich zuviel zugemutet und gesundheitlich Schaden genommen, der ihn an der vollen Ausübung der Seelsorge hinderte. Als die Verschlechterung des Gesundheitszustandes ihn gar nicht veranlasste, in den einstweiligen Ruhestand zu treten und gleichzeitig Vikar Neuß den Dienst in einer anderen Gemeinde aufnehmen musste, begannen für unsere Gemeinde ernste Schwierigkeiten.
Die seelsorgliche Betreuung schrumpfte auf den Sonntagsgottesdienst, zeitweilig von einem unserer Sprache nicht mächtigen Aussiedler gehalten, zusammen. Viele Gemeindemitglieder besuchten die hl. Messen in Nachbarkirchen. Missmut und Unruhe verbreiteten sich und bald befand sich unsere Gemeinde in einem desolaten Zustand.
Nach gut halbjähriger Unterversorgung erhielt die Gemeinde im Oktober 1972 mit Herrn Dieter Pöppel einen neuen Pfarrer. Seine zurückhaltende Amtsführung ließ wieder Ruhe einkehren. Als im Januar mit Herrn Ernst Schenk auch die Vikarstelle wieder besetzt und die Betreuung der Gemeinde voll gewährleistet war, begann auch das Gemeindeleben wieder zu erwachen.
Im September 1973 bildete sich eine Chorgemeinschaft, die seither zahlreiche Festgottesdienste mitgestaltete und bei der Einführung neuen Liedgutes nach dem Gotteslob half. Für das Winterhalbjahr wurde ein weitgefächertes Bildungsprogramm erstellt, wozu der Pfarrgemeinderat erstmalig einen Veranstaltungskalender herausgab. Der Zuspruch aus der Gemeinde war so gut, dass dies in den folgenden Jahren wiederholt wurde.
Zugleich begannen wieder bauliche Tätigkeiten. Die leerstehende Schwesternwohnung wurde zu einem Versammlungsraum umgebaut. Der Kindergarten wurde renoviert und eine Teeküche eingebaut. Im März 1974 erhielt die Kirche eine Lautsprecheranlage und im September wurde in der Seitenkapelle eine für sich heizbare Werktagskirche eingerichtet, vom Kirchenraum getrennt durch Tür und bleiverglaste Fenster, die ein Künstler fertigte auch den neuen Ambo aus den Steinelementen der ehemaligen Kommunionbank, die von Gemeindemitgliedern in Eigenleitung entfernt wurde bei der Umgestaltung des Chorraumes, der nun - betont durch den neuen Teppich - mit dem Kirchenschiff zu einer Einheit sich verbindet. Die Holzteile der Kommunionbank fanden bei der Möblierung des Jugendraumes Verwendung.
Zum Jahreswechsel 1977 wechselte Pfarrer Pöppel in ein anderes Aufgabengebiet in Brackel-Gehrden. Im Mai führte der Dekanat als neuen Pfarrer Herrn Josef Elias ein, dem als Kind einer polnischen Bergbauregion die Probleme einer Arbeitergemeinde wohl vertraut waren.

 

Da zu der Zeit Vikar Schenk in Kamen die Pfarrstelle übernahm und bei gegenwärtigem Priestermangel an eine Neubesetzung der Vikarsstelle nicht zu denken war, musste seither Pfarrer Elias die Seelsorge allein ausüben.
Baulichliche Maßnahmen standen weiterhin an. Nach einem Wasserschaden musste der Gemeinderaum über dem Kindergarten renoviert werden und der Pfarrsaal im Keller erhielt eine neue Bestuhlung. Der Jugendraum wurde überholt und neu möbliert und schließlich auch der Abstellraum im Dachgeschoss trotz statischer Widrigkeiten mit eigenem Zugang vom Treppenhaus versehen, ausgebaut und eingerichtet zu einem gemütlichen Gruppenraum. Diese letzten Maßnahmen geschahen wiederum in Selbsthilfe durch Gemeindemitglieder.
Ab 1977 wurden die in Vergessenheit geratenen Mai-, Kreuzweg- und Rosenkranzandachten wieder eingeführt. Sie fanden zunächst zur zögernden Zuspruch und mussten erst in das Bewusstsein dringen.
"Für eine lebendige Gemeinde" lautete der Merkspruch zur Pfarrgemeinderatswahl 1977. Unmerklich zunächst, aber dann mehr und mehr spürbar hatte sich das Gemeindebewusstsein verändert. Die Bereitschaft zur Mitverantwortung und tätigen Mithilfe wuchs. Nur so war es möglich, erstmalig 1977 das Pfarrfest ganztätig als Begegnung der Gemeindemitglieder zu feiern, beginnend mit einem Festhochamt in ungewohnter Gestaltung mit modernen Liedern und Rollenspiel der Jugend. Der begeisterte Anklang in der Gemeinde ermutigte den Liturgieausschuss des Pfarrgemeinderates, in der folgenden Zeit zu bestimmten Anlässen besondere Messfeiern zu gestalten, wozu immer mehr Mitwirkende gewonnen wurden, aber stets neue Helfer gefunden werden mussten. Seit Sommer 1980 wirkte ein Lektorenkreis ständig beim Gottesdienst mit. Ab 1976 schon beteiligten sich Gemeindemitglieder an den Firmvorbereitung.
Doch nicht allein im Kirchenraum selbst, sondern bei vielen Gelegenheiten zeigte sich aktive Mitarbeit, vorab im Dienst der Caritas. Neben dem Wirken der Pfarrcaritas selbst sei nur die starke Beteiligung an Kleider- und Papiersammlungen erwähnt. Hier wird soziales Empfinden ebenso deutlich wie bei den Sammlungen zu Adveniat, Misereor und Missio, die trotz Verschlechtung der allgemeinen Wirtschaftslage, ungeachtet Verteuerung und zunehmender Arbeitslosigkeit beachtliche Einnahmesteigerungen erfuhren, während die Sonntagskollekten gleich blieben.
Größte Freude bereitete jedoch Neubeginn und Veränderung in der Jugendarbeit. Dank dem unbezahlbaren freiwilligen Einsatz einiger Erwachsener gab es wieder rege Gruppenarbeit bei Jungen und Mädchen wie auch beim Stamm der Pfadfinder. Für 1981 konnten die Jugendlichen einen Programmkalender herausgeben mit einem Angebot zahlreicher Projektgruppen. Ihr Engagement, nicht allein für Eigeninteressen, sondern auch im Kirchenraum verdeutlichten sie durch ein Rollenspiel im Karfreitagsgottesdienst.
Das Fest der hl. Barbara wurde erstmalig 1979 als Feier zu Ehren der Schutzpatronin der Bergleute und unserer Gemeinde begangen mit ökomenischem Gottesdienst unter der Beteiligung des Knappenvereins und der Vertreter der Zeche Haus Aden. Dieser alte religiöse Brauch soll nun fortgeführt werden, wobei die katholischen und evangelischen Gemeinden als Gastgeber jährlich wechseln.

 

Für 39 Gemeindemitglieder gab es 1979 noch ein besonderes Ereignis. Nach mehrtägiger Vorbereitung durch ein Romseminar konnten sie die Heilige Stadt besuchen. Höhepunkt der eindrucksvollen Fahrt war die große Papstaudienz.
Den Reigen der Jubiläen in unserer Gemeinde eröffnete die Kolpingsfamilie, die bereits 1979 ihr 50-jähriges Bestehen beging, da sie keine örtliche Neugründung kennt, sondern nur den Wechsel von Herz-Jesu Beckinghausen nach St. Barbara Oberaden.
Im März 1981 blickte die KAB auf 25 Jahre Vereinsleben zurück in einer stark besuchten Jubiläumsveranstaltung, bei der auch ihr erster Präsens und Pfarrer unserer Gemeinde zugegen war.
Im Juni jährte sich für die Frauengemeinschaft zum 25. Mal der Gründungstag. Mit über 400 Mitgliedern ist sie der stärkste Verein und durch ihren Einsatz bei allen Gelegenheiten eine tragende Säule der Gemeinde.
Ebenfalls im Juni feierte die Gemeinde mit ihrem Pfarrer den 25. Jahrestag seiner Priesterweihe. Amtsbrüder der Nachbargemeinden, Angehörige und Freunde und unsere ganze Gemeinde scharten sich mit unserem Seelsorger um den Tisch des Herrn.
Und nun begehen wir vom 5. bis 12. Juli die Festwoche zum 25-jährigen Bestehen unserer selbständigen Gemeinde St. Barbara. 25 Jahre - im Rückblick eine noch kurze Zeit, aber doch schon ereignisreich und recht wechselvoll.
Selbstverständlich kann diese Chronik darüber nur gekürzt berichten und vorwiegend nur über äußere Begebenheiten, weil sich das innere, geistliche Leben wesentlich im Verborgenen vollzieht und griffige Fakten fehlen.
Dennoch darf man hier dankbar feststellen, dass Gemeinde lebendig wurde, daß neben den Seelsorgern in und außerhalb von Gruppen und Vereinen zahlreiche Gemeindemitglieder in der Stille am Wachstum des gläubigen Lebens mitwirken.

Niemand aber darf die Hände in den Schoß legen:

GEMEINDE BLEIBT BAUSTELLE